banner_top

Aus: Dressursport Deutschland. Manches macht nachdenklich...

posted by: Förderkreis Dressur Neuss / EH
Erstellt: 09 August 2015
Zugriffe: 749

Samstag, den 08. August 2015 um 19:19 Uhr

Eigentlich sind alle begeistert, aber…

 (WM-Gedanken am Rande von Kim Kreling)

Zwei Vollschwestern haben sich heute in Verden Gold und Silber bei der WM der fünfjährigen Dressurpferde gesichert. Fiontini und Fiontina, beide von Fassbinder aus derselben Romanovmutter. Embryotransfer macht es möglich. Beide wurden im Abstand von zweieinhalb Monaten geboren. Beide sind auffällige Stuten. Beide wurden in Dänemark beim Fremdreitertest bereits durch Charlotte Dujardin getestet: Zweimal die 10 gab die Olympiasiegerin der brauen Siegerin Fiontini, eine 10 und eine 9,5 erhielt die fuchsfarbene Silbergewinnerin Fiontina.

Die neue Weltmeisterin Fiontini hat zudem schon ein Fohlen von Weltmeister Sezuan bekommen – naja, nicht wirklich. Auch dieses Fohlen wurde per Embryotransfer ausgetragen. Weltmeister mal Weltmeisterin!

Sogar der WBFSH-Präsident Jan Pedersen kann eine gewisse Skepsis nicht abschütteln und gesteht, dass er mehr zum "traditionellen Weg" tendiert: Eine Stute mit einem Fohlen pro Jahr. Sowohl die Spender- als auch die Empfängerstute müssen sich beim Embryotransfer enormen hormonellen Behandlungen aussetzen. Das ist Stress. Aber nur so können aus den Topstuten mehrere Fohlen pro Jahr produziert werden. Zudem werden diese Topstuten dann auch noch sportlich gefördert. Auch das ist eine Herausforderung. Nicht alle Stuten schaffen das.

Wohin führt dieser Weg? Bestehen in den kommenden Jahren vielleicht ganze Finalprüfungen nur noch aus Vollgeschwistern? Und: Was sagen die Stuten dazu?

Im Feld der Sechsjährigen gibt es in diesem Jahr noch keine Vollgeschwister. Morgen fallen bei den Sechsjährigen die WM-Würfel ab 11.00. Titelverteidiger  und Vater des Fiontini-Fohlens, Sezuan, geht als letzter Starter unter Dorothee Schneider ins WM-Viereck. Startzeit: 13.40 Uhr.